Besuch aus Dresden. Johanna den ganzen Berg hoch mit Kinderwagen. Schöner Spaziergang mit Shopping im Elektrohaus Oertel, einem charmanten Hybrid aus Haushaltsgeräte und Teeladen: Hundert Gramm Schokolade für 7,81 € – handgeschöpfte 70% aus einer Manufaktur in Erfurt (für die Mäzenatin in Biesdorf). Die interessante Preisgestaltung nicht weiter vertieft. +++ Zum Abschluss noch Einkehr bei Lehmann. Gasthaus Lehmann am Haußmannplatz, Kreischa. Erfrischendes Hefe aus Erding: Bleifrei, wie unser Stammkellner aus Ungarn mehrfach betonte. +++ Später am Abend, als Mister Njet, unser Bademeister, den Pool längst unbeaufsichtigt zurück gelassen hatte, wagte sich eine fröhliche Entenfamilie für Schwimmübungen hinein. Da alle anderen gestern beim Bingo-Abend in der Caféteria mitfieberten, war unser Freund, der DJK, zum Glück ganz allein in seiner Verzückung: "Süüüüüß!" +++ Während sich dann über die Klinik ein Regenbogen spannte, lag unser braver Soldat Schwejk (Franki Frankenstein) bereits selig im Bett und schlief wie ein Kind: "Plötzlich bin ich wieder der kleine Junge / ganz spitz auf Lakritz / Für den eine Expedition zum nächsten Block / weit wie 'ne Reise nach China ist" (Da war so viel los / Udo "Udo" Lindenberg) +++ P.S.: Süüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüß!
Nanü?! Wer steht denn da heute im Swimmingpool?! +++ Nun, gut: Nachdem unser Freund, der DJ Kröch, gestern in Kreischa um kurz nach neun schon in ganzheitlichen Tiefschlaf gefallen war, ließen "unsere Mädels" (BILD Dresden) gegen die kleinen Französinnen anscheinend ein Feuerwerk abbrennen. Das bedeutet dann auch, dass wir am Samstag (?!) den Viertelfinal-Thriller Mädels gegen Japanerinnen live übertragen. Oder nicht? +++ Gestern Abend beim Spiel Kanada gegen Nigeria: "Strompanne in Dresden – Plötzlich ging das Licht aus!" (BILD Dresden). T.d.A. at its best – Zscheckwitzout, sozusagen. +++ BILD Dresden verlost übrigens Karten für das Brasilien-Spiel am Sonntag in Dresden! Frage: Wer ist der große Star bei den Brasilianerinnen? a) Marta b) Birgit Prinz +++ (Anreise im Preis nicht enthalten.) +++ P.S.: Das ist gar nicht der Swimmingpool...!
Wortwechsel zwischen zwei älteren Rollstuhlfahrern eben am Lift: "Könn' Sie mir mal helfen?" – "Nee." +++ Montag, endlich wieder normaler Betrieb: Wenn man es zwischen Blutabnahme um 7:15 Uhr und Rückenschule um acht gerade mal schafft, schnell noch ein Brötchen zum Kaffee zu schlingen. Wenn man sich freut, zwischen Ergometer und Schwimmen ein halbes Stündchen für Frau Geißler abzwacken zu können. Wenn man in kein dunkles Loch fällt, weil Frau Geißler Montags ja frei hat. +++ Für nächstes Wochenende hätte ich gern eine Walther P38. Offizierskaliber, rein prophylaktisch: Wenn man Sonntag früh um halb sieben schon wach ist, der Regen wie Blei über dem Tal hängt, Sekunden wie Stunden vergehen und man frustriert This is for Lovers-Videos schaut. Mit Peter "Pete" Doherty ausgerechnet – und Grüßen an Schnuto Schnutowitsch nach Berlin. Und wenn, von Klaus Frankenstein einmal abgesehen, "niemand da ist, der bei dir pennt": Da wird die Idee einer GT-freien Welt plötzlich zum apokalyptischen Alptraum! +++ Heute Abend Mamma Mia!, wo ich gedacht hatte, das sei ein Film über Abba. Oder "die Abba", wie mancher früher auch sagte. Aber es ist gar kein Film über die Abba. Eintritt dafür immerhin frei. +++ Aus Schwermut gestern in Frankensteins Sachen gekramt: Relativ sicher gewesen, er hätte am Russlandfeldzug teilgenommen. Doch Frankenstein ist kaum älter als Kröchi himself: geboren am 9.9.49 +++ Naja. +++ Aus Schwermut beinahe auch Rätsel leicht für 1,80€ gekauft. Mit 33% mehr Inhalt. +++ Zu allem Übel fiel auch noch der Tatort aus, da Frankenstein immer um acht schon im Bett liegt und mein Kopfhörerkabel zu kurz ist. Bei einer Bilddiagonalen von 12cm aber auch fast schon egal. +++ Einziger Lichtblick: die CD von DJ Nike, die sie mir extra für Kreischa aufgenommen hatte. Dafür wurde ihr – auf dem Oktagon der Kunstakademie, wenn ich nicht irre –, in Dresden ein Denkmal errichtet. +++ P.S.: Es regnet. Und Frankenstein fragt, was für ein Wetter ich denn wieder bestellt hab: Tscheckwitzout!
Als Bumerang des schlechten Gewissens kamen gestern die Tierfiguren zurück: Seit Tagen beobachte ich hier einen jungen Spanier, der im Profil eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Winson Winsone aufweist. Er muss einen Unfall gehabt haben, scheint teilweise gelähmt. Oft sitzt er mit seiner Freundin am Tisch und beschäftigt sich stundenlang und geduldig mit seinem Tuschmalkasten. Dann fühle ich mich schlecht wegen solch überheblicher Gags. +++ Zurück zu den ungebürsteten Tanten vom Donnerstag Abend (Dresden by Night): Also, a) waren die natürlich so laut, dass man ihrer bornierten Provinzdämlichkeit unmöglich entgehen konnte. b) redeten sie die ganze Zeit durcheinander und bestätigten sich permanent gegenseitig in ihrer unreflektierten Beschränktheit. Erst auf der Rückfahrt, als ich fast lüstern an ihren Lippen hing und wie ein Schwamm ihre atemberaubende Selbstgefälligkeit aufsaugen konnte, gelang es mir, mundartliche Differenzen festzunageln: Die mit den hängenden Mundwinkeln #1 war tatsächlich aus (DJ Heidi, jetzt müssen wir alle sehr tapfer sein): Bamberg in Oberfranken! Die mit dem Pfannkuchengesicht und der Sandale ordne ich eher dem Norden zu. Südlich von Hamburg vielleicht. Für Hamburg selbst wäre ihre gemietete Eigentumswohnung einfach zu günstig (460 € warm für 57qm, Reihenhaus mit Vorgarten). Buchholz/Nordheide vielleicht oder Geesthacht. Irgendsowas. Mundwinkel #2: Uschi-Glas-Sprachfärbung allerreinster Güte: Irgendwo von der Isar. c) konnte ich ihre lingualen Eigenheiten natürlich nur aus der Erinnerung niederschreiben, weshalb Fränkisch dann auch schnell mal ins Badische oder Hessische abdriften musste. Für Inhalt und alles andere bürge ich d) aber mit meinem Namen! +++ Poverty is picturesque, dachte ich beim Spaziergang an einem lauschigen Abend not long ago. Paradiesartige Landschaft, relativ ursprünglich. Dezente Infrastruktur. Und dennoch: An manchem Gartenzaun hängen Transparente und fordern "die Straße". Man fühle sich ignoriert. Von denen da oben, nehme ich an. Der hiesige Wutbürger will ebenso breite Straßen, wie sie die anderen überall sonst schließlich auch haben. Für seine gefühlten vier Autos pro Stunde. +++ Geht mich ja nichts an. +++ Frage an Radio Eriwan: Wie sagt der Sachse, wenn er in Zscheckwitz am Ortausgang steht? Antwort: "Im Prinzip: Zscheckwitzout!" +++ P.S.: Was mir nun langsam, aber doch ziemlich sicher, gepflegt auf die Hutschnur geht, ist dieses ewige "Mahlzeit!" hier...