Wrong 'em Boyo / Every Picture tells a Story.

Landkreis Hildesheim © Kai von Kröcher, 2013

Hildesheim, Puff © Kai von Kröcher, 2013


























Es gab ein paar Anfragen zu meiner Lesung am Samstag. Das mag am etwas irreführenden Titel liegen, denn im Kreuzberg-Pavillon zeige ich ausschließlich Bilder. Das wollte ich nur kurz noch einschieben. +++ Apropos einschieben, jetzt fall ich aber wirklich gleich um: Hier zwei Fotos von gestern Abend. +++ Was zum Dings heißt denn das eigentlich, wrong 'em boyo?

Überschrift inspired by: Wrong 'em Boyo © The Clash, 1979
Überschrift also inspired by: Every Picture tells a Story © Rod Stewart, 1971

Pferdegeschichten / Just for one Day.

Flyer © Kreuzberg Pavillon, 2013 | Foto © Manuela Steinemann, 2013
















Beim Aufwachen den Katze-Song Bei dir leuchten Augen auf den Lippen, Morgensonne im Fenster, die (echte) Katze liegt leise schnurrend vor meiner Schlafzimmertür: Ein paar Tage Heimaturlaub im Braunschweiger Land. +++ Die Lieblingsfotografin machte neulich ein Foto, das sehen wir rechts: Zwei Pferde küssend vor Weinberg. Für Samstag leider zu spät; ich habe es einfach mal an den Flyer geschummelt. +++ Freitagabend im Club: DJ The Jackal. +++ Hier also die Fakten: Pferdegeschichten am Samstag, den 15. Juni, um 20 Uhr. Naunynstraße 53. Das ist da, wo es rüber geht zum Oranienplatz, da beim Kuchenkaiser. Die Ausstellung dauert nur einen Abend. +++ One Night in Bangkog / makes a hard man humble. +++ Viel zu berichten gibt es sonst nicht: Bei Magdeburg ist die Elbe vollkommen übergelaufen, das sieht man von oben, wenn man vorbeifährt. Und in Hildesheim, da bin ich am Abend etwas herumgecruised, ist es wahnsinnig dunkel. Ich habe die ganze Zeit drüber nachgedacht, woran das wohl liegt. +++ In Hildesheim heißt der Puff Komm! – das ist süß. +++ Bei dir leuchten Augen / mitten im Gesicht.

Überschrift inspired by: "Heroes" © David Bowie, 1977
Lyrics: One Night in Bangkok © Murray Head, 1984
Außerdem Lyrics: Bei dir leuchten Augen © Katze, 2010    

Pferdemädchen / Busen.

Radrennen und Bullenstaat © Kai von Kröcher, 2013

Stadium Tour '96 © Kai von Kröcher, 2013

Kai Heimberg: Künstler und Vater © Kai von Kröcher, 2013

Wiedersehen mit einem Ave-Model: Natascha © Kröcher, 2013 


















































Später gestern im Radio hieß es, das sei das zweitwichtigste Radrennen Europas gewesen. Vielleicht auch nur Deutschlands. Jedenfalls hatte mir niemand davon erzählt, oder ich hatte nicht zugehört, und auf dem Weg zu der Ausstellung in Moabit wurde ich wahnsinnig: Es gab einfach kein Durchkommen. +++ Das Geile an diesem Sommer bisher: Man muss seine Balkonpflanzen nicht gießen. +++ Heimberg himself bezeichnet sich selbst nicht als Künstler. Künstler finde ich eh meistens blöd. +++ Das Blöde an diesem Sommer: Während wir hier in Berlin den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, schwimmt gar nicht weit weg anderen Leuten das ganze Leben davon. +++ Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber die Frau mit dem Hund trägt immerhin endlich ihren hellblauen Pullunder. +++ Wie eine Stubenfliege am Fenster stieß man gestern, auf dem Weg nach Moabit, die ganze Zeit irgendwo immer an eine Absperrung, und als ich nach einer Stunde im Kreis entnervt wieder in Kreuzberg am Moritzplatz stand, sozusagen da, wo ich gestartet war, nahm ich schließlich den Tiergartentunnel, ich Fuchs. +++ Samstagabend im Club, eine Frau kommt herein, bestellt ein Glas Wein und sagt hinter vorgehaltener Hand: "Busen." Das war der Moment, wo ich wusste, die Sache wächst mir jetzt über den Kopf, entgleitet mir aus den Händen: Die Sache mit der sexistischen Kackscheiße. In einem günstigen Augenblick ramme ich ihr einen Holzpflock ins Herz. +++ Hier mal ein Link zu der Ausstellung jetzt am Samstag in Kreuzberg, wo auch ich hängen und rumhängen werde: Pferdemädchen – das Ganze geht tatsächlich nur einen Abend. +++ Ich habe gar keinen Balkon, wenn wir mal ehrlich sind. 

Das Damen / 3 Tage wach.

Schwan mit Poetin (möglicherweise) © Kai von Kröcher, 2013

Poetin mit Schwan © Kai von Kröcher, 2013


























Unten am Spreewaldplatz, nicht mal elf Uhr, der Typ vom Club gestern Nacht läuft draußen vorbei: Der, der seinen Wohnungsschlüssel verbummelte und aussah wie Wolfgang Lippert. +++ Auf geht's, ab geht's / 3 Tage wach / Nächste Party kommt bestimmt. +++ Achtung, Terminänderung: Sexistischer Kackabend im club49 von morgen auf heute Nacht vorverlegt. +++ Hat eigentlich irgendwer jemals herausgefunden, was dieser merkwürdige Name damals bedeutete: Das Damen? +++ Nacktfußball-EM der Frauen – präsentiert vom club49: noch heute und morgen im Palais unterm Funkturm. +++ Nächsten Freitag im Club, endlich mal wieder: The Jackal from Bristol. +++ Und nächste Woche dann außerdem Fotos von und mit Kai von Kröcher – Naunynstraße in Kreuzberg.

Überschrift inspired by: Das Damen (1984 - 1991) 
Überschrift also inspired by / Lyrics: 3 Tage wach © Lützenkirchen, 2008   

In Europe after the Rain / Freedom's just another Word.

Julia A. Noack | Einsamkeit, Freiheit © Kai von Kröcher, 2013

Julia A. Noack | Einsamkeit, Freiheit © Kai von Kröcher, 2013

Julia A. Noack | Einsamkeit, Freiheit © Kai von Kröcher, 2013

Julia A. Noack | Einsamkeit, Freiheit © Kai von Kröcher, 2013

Julia A. Noack | Einsamkeit, Freiheit © Kai von Kröcher, 2013

Julia A. Noack | Einsamkeit, Freiheit © Kai von Kröcher, 2013










































Heute halten wir der Gesellschaft den Spiegel vor. +++ Krass. +++ Kaffeehausversteck unten am Spreewaldplatz – Kellnerin durch die Küchendurchreiche zum Koch: "Ich gehe am Wochenende zur Nacktfußball-EM der Frauen." Später kommt einer dazu, der isst Nudeln und sagt, eine WG-Kumpeline von ihm sei dann Pornodarstellerin geworden: "Fandick jut." Er weiß aber nicht, ob die mitspielt bei der Nacktfußball-EM. Außerdem findet er, sagt er, "Rock-Opis" jut: AC/DC und Scorpions und so. +++ Freiheit und Einsamkeit, da sage mal einer, was er will: Der Hundertmeterspaziergang an den Gartenkolonien vorbei zwischen Ost-Berlin und Neukölln gestern gehörte zu den schönsten Minuten des Tages. +++ Auch schön gewesen: Fotosession mit Julia A. Noack neulich im Club. Die stellt gerade ihr neues Indie/Folk-Album fertigt, und ich schätze mich, sagt man das so, glücklich, auch ein paar Bilder beitragen zu dürfen – oder wenigstens eins...

Überschrift inspired by: In Europe after the Rain © John Foxx, 1981
Überschrift also inspired by: Me and Bobby McGee © hier: Janis Joplin, 1970  

Bewegung 2. Juni / Come to where the Flavor is.

Zigaretten rauchen I © Kai von Kröcher, 2013

Zigaretten rauchen II © Kai von Kröcher, 2013

Zigaretten rauchen III © Kai von Kröcher, 2013

Zigaretten rauchen IV © Kai von Kröcher, 2013

Zigaretten rauchen V © Kai von Kröcher, 2013






























































Wenn ihr, jetzt nur mal angenommen, sagt, ihr geht in den Westen, sagt ihr dann: "rüber in Westen", oder sagt ihr doch eher: "rüber in'n Westen"? +++ Zum Thema Versteck in der Schleiermacherstraße neulich meinte der Hauptvogel, da wäre seinerzeit auch das Versteck von, ich denke immer an Konrad, also dem Lorenz gewesen. +++ Peter Lorenz, Kandidat auf den Bürgermeisterposten Berlins, lange ist's her; Konrad war ja der mit den Gänsen. +++ Unter hundert Männern / sind mindestens neunzig Penner. +++ Bei dem Cowboy da oben fällt mir ein, dass man a) früher immer zwanghaft und demonstrativ lachte, wenn im Kino die Marlboro-Werbung lief, und dass b) nächste Woche auch ich Fotos ausstellen werde. Und c), dass es zum Beispiel in Braunschweig "Mallboro" hieß, während der Rheinländer "Maarlborro" sagt, betont auf der zweiten Silbe. +++ "Liebe im Büro", titelt diese Woche der Focus.  


Überschrift inspired by: Bewegung 2. Juni, Berlin © u.a.: Norbert Kröcher, 1970er
Überschrift also inspired by: Marlboro-Werbung © Philip Morris, 1970er, 80er, 90er 
Lyrics: Männer © Zigaretten rauchen, 2000

Endlich wieder richtig Sommer / Reifen.

Boxenstopp © Kai von Kröcher, 2013

Äppel © Kai von Kröcher, 2013

Kaffee und Kuchen, Netto-Parkplatz © Kai von Kröcher, 2013

Counting Crows © Kai von Kröcher, 2013

Pankower Hoffnungskirche © Kai von Kröcher, 2013

Camping-Urlaub © Kai von Kröcher, 2013











































































Selig sind, die reinen Glaubens sind: 28 Jahre als Rangiermeister hatte er damals gearbeitet, und eines Abends hieß es auf einmal, ihr könnt rüber in' Westen jehn, wenn ihr wollt. Vom 9. November hätten sie sonst auf dem Güterbahnhof nichts mitgekriegt. +++ Eine junge Frau hatte die Stille der Pankower Hoffnungskirche betreten, wollte eigentlich nur mal kurz fragen, wie das ist, wenn man heiraten will. Nun grummelte der Pfarrer gemütlich aus seinem Leben, damals direkt an der Mauer, und wie er überhaupt Pfarrer geworden war: "Bezug zur Kirche hatt'n wa zu Hause ja nich, is ja keena jejangen." +++ Bei Lex an der Prenzlauer Promenade wurden mir heute Sommerreifen aufgezogen, und ich streunerte derweil rund um die Elsa-Brändström-Straße. +++ Kuy's sexistische Kackscheiße at club49 proudly presents: die Nacktfußball-EM der Frauen am Wochenende im Palais unterm Funkturm. Für alle, denen Heimbergs Fotografie zu zugeknöpft ist, irgendwie. +++ Am 15. Juni Kosta III wieder im Haus, ist ja noch etwas hin. +++ Gefiel mir, dass oben zitierter Pfarrer original knurrte wie Lothar, mein Bierkutscher. +++ Absolut.

Überschrift inspired by: Wann wird's mal wieder richtig Sommer © Rudi Carrell, 1975

How Low is Low / How Soon is Now.

Klaus-Barbie-Museum © Kai von Kröcher, 2013

Klaus-Barbie-Museum © Kai von Kröcher, 2013

Parallel Lines © Kai von Kröcher, 2013

Klaus-Barbie-Museum © Kai von Kröcher, 2013
















































Selten in meinem, jetzt übertreibe ich wieder maßlos, Leben so herzhaft gelacht wie über die Szene mit dem Barbie-Museum damals in Rat Race von einem der Zucker-Brüder. +++ Wir sprachen im Club über die Pegelstände. Weil um uns herum ja alles versinkt –, und in Berlin bekommt man nichts davon mit. Ich meinte, seit ich am Landwehrkanal wohne, sind mir noch nie größere Schwankungen aufgefallen. Sollte das a) stimmen, weiß jemand b), warum das so ist? Meine Theorie waren die Schleusen. +++ Am Wochenende nach Moabit: Heimberg5000 stellt Fotografien aus in der Blumentischlerei. Bei Gaby, das ist die, die früher die Ave veranstaltet hat. Titel der Ausstellung: How soon is now, Essener Straße 13. Öffnungszeiten bitte selber herausfinden. +++ Wie ich Mitte der Neunziger Jahre mal nachts kopfüber aus Liebeskummer in den Urbanhafen gekippt bin, hatte ich schon mal erzählt?

Überschrift inspired by: How Low Is Low © The Godfathers, 1989
Bildunterschrift inspired by: Rat Race – Der nackte Wahnsinn © Jerry Zucker, Regie (USA/CAN, 2001)
Bildunterschrift also inspired by: Parallel Lines © Blondie, 1978 
 

Flying through the Air / Basically sad.


Es soll wieder schön werden © Kai von Kröcher, 2013
















Im Kalendarium toter Musiker, einem Geschenk Volker Hauptvogels, findet sich heute Emil Laghia (* 1969 als Emil Valentin Laghi, † 2005), Gitarrist der rumänischen Rockband Compact, erstochen von seiner Freundin. Außerdem mein handschriftlicher Eintrag, die netteste Frau der Welt hätte heute Geburtstag. +++ Ich selber himself feierte den Tag meiner, jetzt wird es pathetisch, Wiedergeburt vorgestern im Stillen: Vor zwei Jahren genau hatte der Herrgott seinen wirkungsvollen Warnschuss abgegeben. +++ Kuy’s sexistischer Kackabend im Club gestern entpuppte sich nicht als der zu erwartende Publikumsrenner. Vielleicht war das Wetter dran schuld. +++ Der Abend wurde trotzdem noch ziemlich charmant: Die australische Dichterin, von einer latenten Melancholie zufällig in den Club gespült worden, bewunderte das eigenwillige Tattoo auf Kovac' rechtem Unterarm, einen selbstgestochenen Kompass: "Damit ich mich nicht verlaufe", wie Kovac brummend erklärte. +++ Immer wenn es regnet – alles Gute zum Geburtstag, guten Flug und gute Landung!

Überschrift inspired by: Flying through the Air © Oliver Onions, 1973
Überschrift also inspired by: Basically Sad © Element of Crime, 1986
Lyrics: A-N-N-A © Freundeskreis, 1997

Low / Everything's coming up Rosé.

Kuhlbrodt mit Camel Ohne © Kai von Kröcher, 2013

Kuhlbrodt mit Brille © Kai von Kröcher, 2013

Griechischer Dachboden-Bowie © Kai von Kröcher, 2013

Welturaufführung © Kai von Kröcher, 2013

Kuhlbrodt: Low © Kai von Kröcher, 2013































































"Ein Gerät", murmelte Kuhlbrodt kurz vor der Lesung und deutete rauchend auf meine Kamera. Gleich würde er sich erinnern an sein Leben mit David Bowie: die erste Platte, das erste Konzert, Aufwachsen in Bad Segeberg, Weggehen nach West-Berlin. +++ "Zeigt ihr?" – Nein, das DFB-Pokalfinale FC Bayern gegen den VfB Stuttgart zeigen wir im Club heute selbstredend nicht! +++ Als mich, die Lesung war längst schon vorbei, die Sommeliöse später im Club nach meinem ersten Bowie-Konzert ausfragte, das war 1978 im CCH Hamburg, sagte sie, aber das geht jetzt zu weit, eine herrliche Zote – davon werde ich mein Leben lang zehren. Die Karte jedenfalls damals kostete, soweit ich mich recht erinnere, 28 DM und war ein Geschenk meines Bruders. +++ Damit bin ich einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen, die Bowie vor Let's Dance schon live sahen: bestuhlt in Saal 2 vor ungefähr zweitausend Zuschauern. +++ "Kuhlbrodt himself", so fiel mir im Auto später ein treffendes Bonmot aus dem Mund, ginge durchaus als lange verschollener, entfernter Cousin durch. Als Cousin David Bowies, was Physiognomie, Rauchverhalten, Charme und die Zahnstellung angeht: Im Profil sieht er aus wie auf Low. +++ Raucht Bowie denn überhaupt noch so viel? +++ Im Anschluss an Kuhlbrodts Lesung wurde eine griechische Welturaufführung an die Galeriewand gebeamt: Geschiedener Familienvater entdeckt zufällig in seiner Miezwohnung den Probenraum David Bowies auf einer Art Dachboden. Eigentlich eine schöne Geschichte. Eigentlich aber auch irgendwie doof. +++ Ab sofort gibt es im Club wieder frischen Rosé – und morgen Kuy's sexistische Kackscheiße mit Miezen. +++ Die Frage, die bleibt: Wann und warum ließ sich Bowie die wunderbar schiefen Zähne ersetzen? 

Überschrift inspired by: Low © David Bowie, 1977
Überschrift also inspired by: Everything's Coming Up Roses © Black, 1988      
 
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